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Machtwechsel - Droht die Emanzipation der Kunden?
Es klingt fast wie eine Verschwörung: „Die Kunden üben sich weiter in Kaufzurückhaltung. Die Menschen sparen lieber.“Ist etwa die Rede von einem absichtlichen Boykott der Kundschaft oder trägt die Wirtschaftslage den Menschen die Übung der Zurückhaltung auf?
In jedem Fall sind der Umgang mit Geld und auch das Kaufverhalten kritischer geworden.
Vorbei scheinen vielerorts die Zeiten, in den die Kundenströme willfährig und unkritisch jeder Marketingmaßnahme und jeder Verkaufsoffensive gefolgt sind, mit dem scheinbar einzigen Wunsch, dabei zu sein und zu besitzen.
Zu Gunsten der Kunden muss allerdings gesagt werden, dass ob der Flut von Offensiven, die sich aus den mangelnden Verkaufserlösen ergeben haben, auch kaum mehr zu erkennen ist, ob der Preisbrecher noch eine Sonderlawine ist oder nur noch der alltägliche Schutt.
Wenn jedes Produkt das schönste und innovativste ist, liegt es dann nur noch am Marketing zu beweisen, warum der eine Grashalm auf der großen Wiese der beste ist?
Marketing stößt in einer Wirklichkeit mit kritischen Kunden und fester sitzenden Geldbeuteln an seine Grenzen. „Dabei sein“, reicht als Verkaufsargument oft nicht mehr. Dazu erleben wir eine Umkehr vom so stark gepflegten Image vieler Produkte, die Krönung vom PS König zum CO2 König ist nur eines von verschiedenen Beispielen, die neue Denkrichtungen in der Kundenwelt widerspiegelt. Und es ist auch ein Beispiel dafür, dass nicht Ölkrise und Umweltschutz die Menschheit plötzlich und unerwartet überrascht haben sondern die notwendige Antizipation und Flexibilität der Entwicklungen teilweise vernachlässigt wurde.
In Gesellschaft und Wirtschaft erleben wir wieder eine stärkere Betonung von Werten. Verantwortung, Respekt und Wahrheit sind Teile dieser Leitbilder. Der sorgsame Umgang mit Geld - mag die Motivation oder Notwendigkeit auch unterschiedlich sein - passt zu diesem Leitbild. Menschen wollen nicht per se Geld einfach nur ausgeben, sie kaufen Dinge, die sie benötigen und die ihnen gefallen.
Im härter umkämpften, größer gewordenen Markt werden flexible Unternehmen und Marken gestärkt hervorgehen, die eine außerordentliche Kundennähe besitzen. Diese Nähe zahlt sich aus, bei der Entwicklung und auch beim Verkauf von Produkten. Es werden die Produkte sein, die die Kunden brauchen und für die sie mit positiven Gefühlen ihr gutes Geld ausgeben werden.
Es ist keine Frage mehr. Der Kunde hat die Macht.
Aber es liegt genau so in der Macht einer jeden Unternehmung, seine Produkte und Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie die erste Wahl der Kunden sind und auch bleiben.