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Organization & Leadership - Krisenbewältigung - Quo Vadis?
Die Krisengipfel liegen hinter uns. Das ist eine gute Nachricht. Die Bergsteiger haben den schwierigen Gipfel erklommen, nach kurzer Rast machen sie sich frohgemut auf den Rückweg und glauben, alles Schwierige überstanden zu haben, alle Anstrengung fällt von ihnen ab. Dann kommt der Abstieg.
Es ist auch die Sehnsucht nach der Zeit nach der Krise, die vor allem die westliche Welt, drängt, das scheinbare Ende der Krise zu sehen. Niemand sehnt sich nach Ungewissheit und weiteren Problemen. Wenn wir nicht mehr hinsehen, dann sind sie nicht mehr da - bis zum Zeitpunkt, an dem wir die Augen wieder öffnen müssen. Krise lässt sich nicht wegdenken, wegreden, wegschauen, nicht einmal wegloben - Krise lässt sich nur überwinden - genau wie der Berg, mit der Strecke bis zum Gipfel und der Anstrengung, die danach noch folgt. Ein guter Bergführer weiß das. Er bereitet sich und seine Seilschaft entsprechend vor.
Kann eine Krise überwunden werden, ohne sie verstanden zu haben? Schön wär’s. Ohne Ursachenforschung keine Fehlerbehebung. Bei Menschen wie bei Systemen. Auch die ökonomische Draufsicht kommt zum gleichen Ergebnis. Von allein ändert sich nichts. Denn, wer das glaubt, befährt eine einspurige Einbahnstraße und muss feststellen, dass es keine Wendemöglichkeiten gibt.
Fehlt also nur das richtige Rezept, um die Krise zu sehen, zu begreifen und zu bewältigen. An Rezepten aus dem Fundus mangelt es nicht. Es wird doch jede helfende Hand gebraucht: Da kann der Lebensmüde zum Lebensretter werden, der Feuerteufel zum Feuerwehrmann und der Glücksritter zum Ehrenmann. Die Scharade hat Hochkonjunktur, manchmal werden die alten Kostüme leichtfüßig gegen neue eingetauscht. Schon mit historischem Blick ist hier große Vorsicht geboten.
Wenn das Wegsehen keine Lösung bringt, mag das Hinsehen, die Verarbeitung helfen. Welche der alten Rezepte haben die Krisen ins Rollen gebracht, welche Tools haben unterstützend mitgewirkt, wer hat sie „verschrieben“? Kann derselbe Weg, der in die Krise führte, auch wieder aus ihr herausführen? Siehe oben - Einbahnstraße.
In unsicheren Zeiten glaubt man gern an das Altbewährte. Das Vertraute generiert Vertrauen: Lieber die bekannte Hölle als das unbekannte Paradies. Achtung, Krisen sind in Wahrheit keine Haltepunkte, sie sind Bewegungen.
Was heißt das für Menschen in Organisationen? Wenn Organisationen sich bewegen, kommt es ihrem Leader zu, sie anzuführen, den richtigen Weg zu finden, zu sehen - mit dem Blick zurück, um zu verstehen und mit dem Blick nach vorn, um vorauszusehen und besonnen voranzugehen. Und auf unbekannten Wegstrecken, wenn die Lösungen aus der Vergangenheit vielleicht nicht taugen? Ist Leadership im besten Sinne erst recht gefragt und Manager, die genau danach streben. Sie wissen, dass ihre Organisationen ein Teil des Erfolges sein werden, und dass der Erfolg auch in einer flexiblen, lernenden und damit kreativen Organisation liegt. Diese Schaffenskraft zu säen und zur vollen Entfaltung zu bringen, ist eine wichtige Rezeptur, nicht nur in Krisenzeiten, wenn der Erfolg kein Selbstgänger mehr ist.
Quo Vadis - Leader oder Pet Rock?